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16.03.2018 Rush hour auf der Schotterbank

Naturpark Tiroler Lech und Naturpark Karwendel arbeiten mit bayerischen Partnern an gemeinsamer Besucherlenkung für sensible Flussökosystemen.

16.03.2018 Rush hour auf der Schotterbank

Naturpark Tiroler Lech (Foto Winkler)

Mit den ersten warmen Temperaturen strömen die Sonnenhungrigen, Wildwassersportler sowie Picknick- und Grill-Gesellschaften wieder zahlreich an die Schotterbänke der Gebirgsflüsse Iller, Lech, Loisach, Ammer, Isar und Tiroler Achen. Gleichzeitig beginnt an diesen Flüssen die Brutsaison von Flussregenpfeifer und Flussuferläufer. Diese geschützten Vogelarten nisten auf freien Schotterflächen an naturnahen Flüssen. Sie bauen ihre Nester in kleinen Gruben. Die gefleckten Eier sind hier perfekt getarnt. Wildwassersportler und Erholungssuchende zerstören oft unwissentlich die Gelege dieser Kiesbrüter. Um diese Konflikte zwischen Naturschutz und der intensiven Freizeitnutzung durch Wildwassersportler bzw. Erholungssuchende zu entschärfen, haben die Naturpark Tiroler Lech und Naturpark Karwendel sowie die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. ein grenzüberschreitendes Projekt auf die Beine gestellt. Gegenstand dieses Projekts sind die Erarbeitung von Besucherlenkungskonzepten sowie von gemeinsamen Kommunikationsmaßnahmen. Es gilt, alle Menschen, die in der Natur unterwegs sind, über die Ökologie der Kies- und Schotterbänke zu informieren und Verhaltensregeln aufzustellen. Zur Zielgruppe zählen neben der breiten Öffentlichkeit insbesondere Wassersportverbände, Fischereiverbände, und Outdoor-Unternehmen. Gemeinsam wollen die Projektpartner mit diesen Akteuren eine Charta zum freiwilligen Einhalten von Verhaltensregeln erarbeiten. Zusätzlich kommen im Naturpark Karwendel und an den Flüssen Isar, Loisach und Ammer auf bayerischer Seite Ranger zum Einsatz. Sie sollen durch Aufklärung an Ort und Stelle dafür sorgen, dass die Empfehlungen zur Besucherlenkung auch eingehalten werden. Gleichzeitig beobachten sie die Entwicklung gefährdeter Arten. Dieses Monitoring dient nicht zuletzt auch der langfristigen Überprüfung von Wirksamkeit und Zweckmäßigkeit der ergriffenen Maßnahmen. Dieses Projekt hat ein Volumen von € 338.4325, davon entfallen € 150.000 auf die Tiroler Partner. Es wird gefördert über EU-Mittel aus dem Interreg-Programm Bayern-Österreich, aus dem bayerischen Naturschutzfonds sowie über das Land Tirol. Die Initiative zu diesem grenzüberschreitenden Projekt, die Koordination der Partner und die Akquise von Fördermitteln geht zurück auf die Regionalentwicklung Außerfern (REA).

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