Sektionen
Sie sind hier: Startseite .:. Archiv .:. News .:. 23.10.2017 Lechweg als Speerspitze für mehr Bahnanreisende

23.10.2017 Lechweg als Speerspitze für mehr Bahnanreisende

Kapazitätsgrenzen der B179 sind längst erreicht. Touristiker schulen Mitarbeiter und Vermieter zu allen Möglichkeiten der PKW-freien Anreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie über den Allgäu Airport.

23.10.2017 Lechweg als Speerspitze für mehr Bahnanreisende

(v.l.) R. Sprenger (Werbegemeinschaft Lech-Wege), T. Feistenauer (TVB Naturparkregion Reutte), TVB-GF R. Petrini, Mobilitätscoach B. Hainzer, W. Wex (VVT-Kundencenter) und G. Salchner (REA) (Foto: Werbegemeinschaft Lech-Wege)

Ob Zillertal oder Fernpassbundesstraße, die Rechnung „möglichst viele PKW für immer mehr Betten“ geht sich nicht mehr aus. Einheimische wie Gäste leiden zunehmend unter den Staus, dem Lärm und den Abgasen. Der aktuelle Klimaschutzbericht des Umweltbundesamtes attestiert Tirol die höchsten Pro-Kopf-Emissionen im Verkehr. Neben Tanktourismus und Transit trägt auch der Urlauberverkehr das Seine dazu bei. Gesundheitsgefährdende Luftwerte kratzen auch an der Markenvision Tirols als „begehrtester Kraftplatz der alpinen Welt“. Laut Verkehrsbericht des Landes Tirol betrug im Jahr 2016 der durchschnittliche tägliche Verkehr an der Zählanlage am Fernpass 13.502 Kfz. Dies waren um 5,1% mehr als 2015. An Spitzentagen rollen bis zu 28.000 Fahrzeuge über den Fernpass. Demgegenüber reisen nur 6% der Urlaubsgäste mit der Bahn nach Tirol. Vor diesem Hintergrund hat die Tirol Werbung die Initiative „Tirol auf Schiene“ ins Leben gerufen. Durch gezieltes Marketing und Beratung von Vermietern soll bis ins Jahr 2020 der Anteil der Bahnreisenden auf 10% gesteigert werden. Zur Eindämmung des Gesamtverkehrsaufkommens auf der Fernpassstraße mag dies eine Zielsetzung mit zunächst homöopathischer Wirkung sein. Doch das Erreichen der Kapazitätsgrenzen auf der Straße zwingt zu einem Umdenken. „Gerade der Lechweg eignet sich hervorragend für einen PKW-freien Urlaub“, weiß Ronald Petrini, Geschäftsführer des TVB Naturparkregion Reutte und Obmann der Werbegemeinschaft Lech-Wege. „Für die beliebte Etappenwanderung entlang des Lech benötigt man kein eigenes Fahrzeug. Es gibt einen Gepäcktransport und eine gut ausgebauten Linienverkehr. Wer mit der Bahn anreist, muss am Ende der Wanderung auch nicht zurück zum Ausgangsort, um zu seinem Auto zu kommen“ ergänzt Petrini. Eine An- bzw. Abreise mit der Bahn ist über Füssen, Reutte und Langen am Arlberg möglich. In Anlehnung an die TW-Initiative „Tirol auf Schiene“ und die Fernpassstrategie rief die Werbegemeinschaft Lech-Wege nun das Projekt „Lechweg nachhaltig mobil“ ins Leben.  Die Projektinhalte umfassen Workshops und Schulungen der Mitarbeiter und Vermieter zu allen Möglichkeiten der PKW-freien Anreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bzw. über den Allgäu Airport aus entfernteren Herkunftsländern. An den Workshops beteiligen sich auch die Tirol Werbung sowie die Verkehrsunternehmen ÖBB und Deutsche Bahn sowie der Verkehrsverbund Tirol. Zudem werden eigene Infomaterialien für die Bahnanreise produziert. Eine Presseagentur wird den Lechweg vermehrt als autofreies Urlaubsprodukt anpreisen. Die Initiative zu diesem Projekt kam von der Regionalentwicklung Außerfern. An der Finanzierung beteiligen sich die Werbegemeinschaft Lech-Wege, die DB Regio Oberbayern und die Verkehrsverbund Tirol GmbH. Es wird zudem EU-gefördert über das Interreg-Programm Österreich-Bayern.

Artikelaktionen