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10.05.2019 Motorradlärm: Kein eingebildetes Problem von Querulanten

Land Tirol präsentiert am 23.05. in Stanzach die Ergebnisse der Motorradlärmstudie.

STANZACH. Bei der grenzüberschreitenden Regionalkonferenz „Motorradlärm“ am 29.11.2018 in Sonthofen kündigte Landeshauptmann-Stv. Ingrid Felipe eine große Lärmstudie für den Bezirk Reutte an. Im Rahmen dieser Studie wurde eine repräsentative Anzahl von Personen zum Lärmempfinden befragt. Bei einer öffentlichen Veranstaltung am 23.05. um 19.00 Uhr im Gemeindesaal Stanzach präsentiert das Land Tirol nun die Ergebnisse. Die lärmgeplagte Bevölkerung ist herzlich eingeladen, mit den Vertretern des Landes auch darüber zu diskutieren, welche Konsequenzen aus den Ergebnissen zu ziehen sind. Denn eines steht bereits jetzt fest, das Problem ist kein „eingebildetes“ einiger weniger Querulanten. Entlang der beliebten Motorradstrecken im Außerfern und im Oberallgäu mahnen wieder große Plakate zum Leise-fahren. Diesem Aufruf zur Rücksichtnahme schließen sich 2019 auch die Gemeinden Pfronten, Bichlbach und Steeg sowie das Tiroler Wipptal und das Sellraintal an. „Je weitere Kreise diese Kampagne zieht, desto mehr dringt das Problem ins öffentliche Bewusstsein. Das alleine macht die Motoren aber nicht leiser“, räumt REA-Geschäftsführer Günter Salchner ein. Die Regionalentwicklung Außerfern (REA), die Bezirkshauptmannschaft Reutte, das Landratsamt Oberallgäu und die Polizei auf beiden Seiten der Grenze unterstützen die Gemeinden im Kampf gegen zu viel Dezibel. Viel mehr als  Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote gibt allerdings der derzeitige Rechtsrahmen nicht her. Es fehlt etwa ein Immissionsschutzgesetz „Lärm“ für den Straßenverkehr. Anzusetzen ist auch bei der Motorradindustrie. Denn die Motoren sind viel lauter, als sie aus technischen Gründen sein müssten. Viele Motorräder verkaufen sich letztendlich über den Sound. Doch das Sounderlebnis von Individualisten muss dort enden, wo es für die Allgemeinheit gegen die Gesundheit und die Lebensqualität geht. Nicht nur im Außerfern sondern auch im Schwarzwald, in der Nationalparkregion Eifel und in anderen Kommunen und Landkreisen in ganz Deutschland bringt sich derzeit die lärmgeplagte Bevölkerung in Stellung. Unter dem Titel „Krach oder Klang? Laute Fahrzeuge im Straßenverkehr“ lädt das deutsche Umweltbundesamt am 12.06. sogar zu einem Kongress nach Berlin. All diese Initiativen vernetzen sich mit dem Ziel, auch in der EU-Kommission und im Europaparlament Gehör zu finden. Denn eine Ursache des Problems besteht im sehr „lärmfreundlichen“ Verfahren der Typengenehmigung und in zahnlosen Grenzwerten. Diese legt die EU fest. Einige Tiroler Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl haben ihre Teilnahme an der Stanzacher Regionalkonferenz „Motorradlärm“ angekündigt. Man darf also gespannt sein, wie die wahlwerbenden politischen Parteien zu diesem Problem stehen.

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